Montagmorgen. Viel auf dem Zettel, aber machbar. Ich habe mir für die Woche einiges vorgenommen.
Im Job ist gerade viel los. Dazu kommen ein Nebenbusiness und das tägliche Schreiben und Posten auf Social Media.
Alles machbar – vor allem, weil ich gelernt habe, wie ich meine Energie halte und mich selbst reguliere. Und das hat viel damit zu tun, wie ich in den Tag starte und ob ich mir bewusst Puffer einplane.
Doch diese Woche hat andere Pläne.
Hier ein Incident, dort ein Personalthema, ein Projekt, bei dem ich eingreifen muss, ein ungeplanter, aber dringender Arzttermin. Man könnte sagen: ganz normaler Alltag als Director.
Das Problem ist nicht, dass all das passiert. Das Problem ist, was danach passiert.
Hinter allem, was nach Aufmerksamkeit schreit, steht ein Mensch – nur hinter meinem Morgen nicht. Hinter genau dem Teil meines Tages, der mir hilft, meinen Job gut zu machen.
Und diesen Morgen gebe ich am leichtesten auf, um den Rest der Woche zu retten. Auch hinter dem stehen schließlich Namen und Gesichter.
Wenn ich das dauerhaft mache, schade ich nicht nur mir selbst:
Ich stehe mit leerem Akku vor meinem Team, und die Leute bekommen eine schlechtere Version von mir, als sie hätten bekommen können. Das nehmen sie mit in die Teams, die sie selbst führen – zu Menschen, die nie von meinem Morgen wussten, aber den Preis dafür zahlen, dass ich ihn ausfallen lasse. Meine Texte werden flach, weil nichts mehr da ist, woraus ich schöpfen kann. Und die erschöpfteste Version von mir bekommt ausgerechnet der Mensch ab, der die beste verdient hätte: der, zu dem ich abends nach Hause komme.
Diese Lektion muss ich immer wieder neu lernen. Mich selbst und meine Energie wichtig zu nehmen, ist nicht egoistisch. Es ist die Voraussetzung dafür, für die Menschen, die auf mich zählen, so da zu sein, wie sie es verdienen.
Schau morgen früh mal in deinen Kalender: Wie viel Zeit nimmst du dir eigentlich für dich selbst? Zum Nachdenken, zum Reflektieren, zum Durchatmen.